FANDOM


Toy Headquarters, meist nur als THQ abgekürzt, war ein US-amerikanischer Videospielhersteller sowie Publisher.

GeschichteBearbeiten

Gründung (1989–99)Bearbeiten

THQ 1994-2000 Logo

Offizielles Logo von 1994 bis 2000.

THQ wurde ursprünglich als Trinity Acquisition Corporation in US-Bundesstaat New York 1989 gegründet.

Im April 1990 gründete der ehemalige Mitbegründer des amerikanischen Spielzeugunternehmen LJN Jack Friedman das Spielzeugunternehmen THQ, Inc. in Calabasas, Kalifornien, mit einer persönlichen Investition von 1 Million US-Dollar. THQ erwarb Brøderbunds Videospiel-Division im September 1990 und veröffentlichte im Januar 1991 sein erstes Videospiel namens Peter Pan and the Pirates.

Beide Unternehmen fusionierten 1991 und operrierten seither unter den Namen T.HQ, Inc.. Im Jahr 1994 begann THQ jedoch ausschließlich auf die Entwicklung und Veröffentlichung von Videospielen zu konzentrieren. Mit Sitz in den USA unterhielt das Unternehmen Büros in Europa und der Asien-Pazifik-Region.

Unternehmenswachstum und Akquisitionen (2000–2009)Bearbeiten

THQ 2000 logo

Offizielles Logo von 200 bis 2011.

Im September des Jahres 2000 erweiterte das Unternehmen seine interne Produktentwicklungsfähigkeit mit der Akquisition von Volition in Champaign, Illinois, USA. Seither wuchs das interne Studio-System von THQ auf elf Studios rund um den Globus mit deutlichen Fähigkeiten über alle tragbaren Videospielkonsolen. Einige dieser Studios, wie Relic Entertainment, Vigil Games, Blue Tongue Entertainment, Juice Games, Kaos Studios und Volition, arbeiteten an Spielen für die nächste Konsolengeneration sowie für den PC. 2006 fuhrt THQ fort, Vigil Games zu erwerben. Am 10. Mai 2007 meldete THQ den höchsten Jahresumsatz und den Nettogewinn für das Geschäftsjahr, das am 31. März endete. Der Umsatz von THQ erreichte über 1 Milliarde US-Dollar. Im März 2008 kündigte THQ die Entwicklung des weltweit ersten Cheerleading-Spiels mit dem Nintendo Wii Balance Board an.

Kurz darauf, am 3. November 2008, schloss das Unternehmen fünf seiner internen Studios: Paradigm Entertainment, Mass Media Inc., Helixe, Locomotive Games und Sandblast Games. Im Jahr 2009 haben große Umsatzrückgänge THQ dazu veranlasst, einen strategischen Plan zu bilden, um bis 2010 jährliche Kosten in Höhe von 220 Millionen US-Dollar zu senken und in "weniger, bessere Wetten" zu investieren. Bisher hatte THQ im Jahr 2007 einen Gewinn von 68 Millionen US-Dollar und einen Umsatz von fast 1 Milliarde, was ihn in den Bereich ihres Konkurrenten legte. Viele seiner High Budget-Spiele verkauften sich schlecht, trotz der positiven Bewertungen, wie sie in den Rezessionen angegeben wurden. Der Einfluss de Unternehmens sank weiter, nachdem Kinder die Kinder-Spiele, basierend auf Nickelodeon TV-Shows und Pixar-Filme, nicht mehr kauften, da sie lieber kostenlose Internet-Videospiele spielten.

Mit einer Quote von 86% gegenüber dem Vorjahr und einem Marktwert von nur 173 Millionen US-Dollar hatten andere Unternehmen die Chance THQ zu kaufen. Im März 2009 trennte THQ die Studios Heavy Iron Studios und Incinerator Studios vom Konzern ab und lies jene Studios weiter als unabhängige Unternehmen operieren. Gleichzeitig gab es bekannt, dass es versucht, Big Huge Games zu verkaufen. Im Mai 2009 hat THQ vereinbart, Big Huge Games an 38 Studios zu verkaufen. Im August 2009 erwarb der THQ-Konzern das in San Diego stationierte Midway-Studio für 200.000 US-Dollar. Der Verkauf des Ateliers beinhaltete alle Vermögenswerte, mit Ausnahme des TNA Impact!-Videospiel.

Reorganisation und finanzielle Kämpfe (2010–2012)Bearbeiten

Im Februar 2010 gab THQ bekannt, dass Juice Games und Rainbow Studios Teil einer Reorganisation sein würden und nun den Titel THQ Digital Warrington und THQ Digital Phoenix tragen würden.

Es wurde ebenfalls gesagt, dass 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der im zwei genannten Entwicklerstudios mit Redundanzen konfrontiert sind. Im August 2010 enthüllte THQ auf der Gamescom das uDraw GameTablet, ein Xbox 360-, PlayStation 3- und Nintendo Wii-Zubehör, mit dem die Spieler auf ihren Fernsehbildschirmen zeichnen und spielen können. THQ versprach eigens konzepierte Software für die uDraw, welche einige Monate später veröffentlicht werden sollte. Im Januar 2011 verkaufte THQ seine Wireless Division an eine schwedische Mobilfunkgesellschaft namens 24MAS.

Im Dezember 2011 gab THQ bekannt, dass die Verkaufszahlen des Konsolenzubehörs uDraw für Xbox 360, PlayStation 3 und Nintendo Wii weit unter den Erwartungen verblieben war. In seinem Quartalsbericht Anfang Februar 2012 musste der Konzern einen Lagerüberschuss von 1,2 Millionen uDraw-Einheiten eingestehen. Daraus resultierten nach eigenen Angaben ein um rund 100 Millionen US-Dollar geringerer Umsatz aufgrund unerwarteter Minderverkäufe und nicht eingeplanter Preisreduzierungen. Im gesamten Quartal wurde daher ein Verlust von 56 Millionen US-Dollar verzeichnet. Der Konzern geriet infolgedessen in gravierende Finanzprobleme.

Konkurs und Humble Bundle-Partnerschaft (13. November 2012-19. November 2012)Bearbeiten

Am 13. November 2012 gab THQ an, dass sie nicht nur den Kredit des US-amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen Wells Fargo nicht abbezahlen, sondern ebenfalls kurz vor dem Bankrott stehe. Als der Aktienwert seit Anfang November auf die Marke von 3 Dollar fiel sowie sich die Langzeitverbindlichkeiten auf 250 Millionen Dollar summiert hatten, war THQ gezwungen die vorläufigen Veröffentlichungstermine für die Firmenflaggschiffe Company of Heroes 2 und Metro: Last Light auf März 2013 zu verschieben.

THQ ging in dem Versucht Geld zu akquirieren, eine Partnerschaft mit dem Humble Bundle ein, was in ein dem Humble THQ Bundle hervorging, das am 29. November 2012 startete. Bis zum 12. Dezember 2012 wurden knapp 800.000 Bundles verkauft und damit ungefähr 5 Millionen Dollar erzielt; THQ-Präsident Jason Rubin erwarb ebenfalls ein Bundle für 11.050 US-Dollar. Am 19. Dezember 2012, wenige Tage nachdem das Humble THQ Bundel beendet war, reichte THQ für den Konkurs nach dem US-amerikanische Insolvenzrechts, genauer gesagt Chapter 11, mit der Absicht, dass THQ und all seine Vermögenswerte an Clearlake Capital Group, einer privaten Investionsfirma mit dem Sitz in kalifornischen Stadt Santa Monica zusammen mit Centerview Partners zu veräußern, die den Verkauf zudem abwickeln sollen, ein[2].

Insolvenz und Zerschlagung (2012–13)Bearbeiten

THQ meldete am 20. Dezember 2012[3][4].

Ursprünglich sollte Investorengruppe Clearlake Capital Group das Geschäft weiterführten. Dieser Plan ging jedoch nicht auf, da die Gläubiger Einspruch erhoben, was ebenfalls von einem Gericht stattgegeben wurde.

Am 22. Januar 2013 konnten Interessenten Teile sowie Marken des Unternehmens Gebote abgeben. Es stellte sich heraus, dass die Summe der Einzelgebote über dem Gesamtangebot von Clearlake lag. Als Konsequenz daraus wurde der Konzern durch eine Zerschlagung geandet[5].

Durch die Insolvenz wurden Marken im Rahmen der besagten 22-stündigen Auktion am 22. Januar 2013 veräußert, wogegen Konzerne folgende Marken erwarben[5].

  • SEGA erlangte für 26 Millionen US-Dollar die Markenrechte zu Company of Heroes einschließlich des kanadischen Entwicklerstudios Relic Entertainment.
  • Koch Media und sein Tochterunternehmen Deep Silver erhielten für 22,3 Millionen US-Dollar den Zuschlag für das Entwicklerstudio Volition einschließlich der Markenrechte an Saints Row, sowie die THQs Rechte an Metro: Last Light für 5,8 Millionen Dollar.
  • Take-Two Interactive erwarb die Rechte an Turtle Rock Studios' Shooter Evolve für 11 Millionen US-Dollar.
  • Crytek erwarb die Rechte an der Marke für 500.000 US-Dollar.
  • Ubisoft erhielt das Studio THQ Montreal für 2,5 Millionen US-Dollar zugesprochen, sowie für weitere 3,2 Millionen Dollar die Publishingrechte am Computer-Rollenspiel South Park: Der Stab der Wahrheit von Obsidian Entertainment.

Umfirmierung von Nordic Games (2013)Bearbeiten

Am 15. April 2013 erwarb der schwedische Videospiel-Konzern Nordic Games für 4,9 Millionen US-Dollar die Rechte an 150 früheren THQ-Titeln, darunter die Serien Darksiders, Destroy All Humans!, Full Spectrum Warrior, Juiced, MX vs. ATV, Red Faction, Summoner, dem Action-Rollenspiel Titan Quest und Lizenzprodukte wie etwa Marvel Super Hero Squad und Supreme Commander[6].

Zudem gelang es dem Betrieb im Juni 2014 die Namensrechte zu erwerben, sodass folglich eine Umbenennung in THQ Nordic geschah.

Herausgebene Sonic-SpieleBearbeiten

ReferenzenBearbeiten

  1. THQ | LinkedIn, Zuletzt aufgerufen am 20. September 2017
  2. Brooks Barnes (25. April 2010). "Longtime Hollywood Hand Is Joining Boutique Bank" - nytimes.com, Zuletzt aufgerufen am 20. September 2017
  3. THQ Inc. Secures Asset Purchase Agreement with Affiliates of Clearlake Capital Group, L.P. - investor.thq.com, Abgerufen am 19. Dezember 2012, Zuletzt aufgerufen am 20. September 2017
  4. RubinNischara: THQ meldet Insolvenz an - youtube.com, Veröffentlicht am 20. Dezember 2012, Zuletzt aufgerufen am 20. September 2017
  5. 5,0 5,1 (23. Januar 2013) THQ wird zerschlagen: Konkurrenz deckt sich ein - alle Infos, Zuletzt aufgerufen am 20. September 2017
  6. Alexander Sliwinski, THQ auction results: Nordic Games takes Darksiders, Red Faction; 505 Games is Drawn to Life - web.archive.org, Archiviert vom Original am 31. Januar 2015, Zuletzt aufgerufen am 20. September 2017
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.